Sprinttriathlon in Großweier

// Juli 1st, 2008 // Allgemein, Sport

Hallo Crew!

Sprinttriathlon in Großweier – sehr schöne Veranstaltung. 750m Schwimmen im
wirklich idyllischen Achernsee, 25km Radfahren auf schneller flacher Piste, 5km
Laufen in wunderbarer Umgebung, dazu eine spitzen Orga, super Verpflegung und
das alles für ein mehr als faires Startgeld – soweit die Rahmenbedingungen.

Aber ihr wollt Action hören – und hier kommt sie:

Schlange beim Rad-Check-In. Es werden Helm und funktionstüchtigkeit der  Bremsen am Rad vom Kampfgericht geprüft. Das Erste was ich bei der Ankunft von der Rennleitung erfuhr, war der Hinweis, dass aufgrund der angenehmen Wassertemperatur im Baggersee NICHT mit Neoprenanzügen geschwommen werden darf!
Schöne Scheiße, schließlich wollt ich mal meinen Neo testen und vor allem
ausprobieren, wie das Ausziehen des Anzugs unter Stress im Wettkampf
funktioniert.

Einschwimmen. Schönes blaues Wasser - Sicht trotzdem gleich Null! Naja. 750m Schwimmen auf einem Dreickskurs, 300 Starter, gestartet
wird in 2 Startgruppen a 150 Mann. Ich war in der ersten. 10min vorher war ich
im Wasser zum Einschwimmen. Da ich im Vorfeld zum Teil wüste Geschichten über
Massenstarts gehört habe, hab ich mich vorsichtshalber ganz rechts außen
aufgestellt um den schlimmsten Schlägereien schon mal aus dem Weg zu gehen.
Leider hatten 10-15 Athleten kurz vorm Start die gleiche Idee und ruckzuck war
ich doch mittendrin. Startschuss, 150 Mann hechten nach vorne – ich auch!

Schlägerei - sieht von außen eigentlich total harmlos aus:-) Die Geräuschkulisse unter Wasser ist schwer beeindruckend! 300 Hände und Fäuste
peitschen rechts und links von dir ins Wasser. Das hört sich an, als ob um dich
rum ständig Granaten einschlagen würden. War von Euch eigentlich jemand beim
Bund? Ich hab auch direkt die ersten Hiebe kassiert aber keine Angst – hab auch
kräftig zurückgeboxt!! Am Kopf traf mich zum Glück niemand und auch die Brille
wurde mir nicht vom Gesicht gerissen.

Kurzzeitig hab ich gedacht:

Mein Gott ist das geil!

Denke hier kämpf ich irgendwo ums Überleben:-) Die Euphorie hielt aber nicht lange an. Nach ca. 100m überkommt mich
nämlich völlig ohne Vorwarnung und absolut überraschend eine echt heftige
Panikattacke. Ich habe schon öfter gehört und gelesen, dass Triathlon-Rookies
bei ihren ersten Massenstarts im Freiwasser gerne mal von Panik heimgesuc
ht werden. Bisher hab ich eher milde drüber gelächelt. Das Lachen ist mir
allerdings zusammen mit knapp einem halben Liter Wasser fett im Halse stecken
geblieben! Ich war nicht mehr in der Lage, mit dem Kopf unter Wasser zu gehen.
Keine Ahnung wieso, ich hatte einfach nur Panik! Hab dann auf Brustschwimmen
umgestellt was sich sofort als großer Fehler entpuppt hat, weil die Hintermänner
gnadenlos über mich drüber gekrault sind und mich unter Wasser gedrückt haben.
Folge war direkt die zweite Panikattacke! Kraulen geht null, Brust auch nicht.
Was also tun?

Alle Bilder gibts hier–>

Dritte Attacke! Hab mich dann auf den Rücken gedreht und wollte
die Wasserwacht herwinken. Habs nur deshalb nicht gemacht weil ich das Boot
nicht gesehen hab.

Dafür aber eine kleine Lücke.

Durch die bin ich durchgestoßen und war „frei“.

Ich war nun ganz rechts außen, auch hinter mir war niemand. Also
hab ich angefangen Brust zu schwimmen und versucht, mich nur aufs Atmen zu
konzentrieren. Kopf immer schön über Wasser. Ging langsam immer besser, so das
ich wieder angefangen hab kurze Strecken zu kraulen.

Schönes Wasser, gezeichneter Athlet, froh Land zu sehen!! Bis zur Wendeboje hab ich ständig zwischen Brust und Kraul gewechselt. Danach hatte ich wieder genügend
Sicherheit und bin „normal“ weitergekrault. Nach wie vor weit rechts außen. Zum
Ende der Schwimmstrecke bin ich sogar kurz wieder im Feld geschwommen, war aber
trotzdem heilfroh, als endlich wieder fester Boden unter den Füßen zu spüren
war. Ausstieg aus dem Wasser mit einer trotz allem noch ganz passablen Zeit von
14:53min. Wusste ich zu dem Zeitpunkt aber noch nicht.

Vollkommen gestresster Landgang:-) Auf dem Weg zum RadAlso raus aus dem Wasser, rein in T1 und nach 1:16min mit Rad wieder raus.

Den Radsplit bin ich wie
geplant sehr scharf angegangen.

Da gabs nur eins: Druck, Druck, Druck!

War die gesamte Strecke über auf der linken Spur, hab also nur überholt was tierisch motiviert aber auch ziemlich weh tut!

Full Speed Ahead rein in T2 Mehr gibt’s zum Radfahren nicht zu sagen.
Rein in T2, nach 1min wieder raus. Eigentlich ein schneller Wechsel – trotzdem
haben mich 5-6 Mann überholt. Zwischenzeitlich war
s ziemlich heiß, der Asphalt hat geflimmert aber vor mir waren noch etliche
Starter, die ich unbedingt einkassieren wollte und da ich mir beim Radfahren
schon kräftig weh gemacht hab, hab ich mir gedacht, hau ich mir halt auch beim
Laufen weiter immer mitten in die Fresse rein und bleib voll am Limit (wow, was
für ein Satz!). Konnte auch weiterhin ständig überholen. Bin aber auch ein Mal
selbst überholt worden. Nach 20:16min für die 5km hab ich gefinished. Unter
20min wollt ich gerne bleiben, hatte dafür aber nicht mehr die Beine. War mir
aber egal.
Fazit: Durch die Erfahrungen beim Schwimmen hab ich nun einen Mordsrespekt vor
dem nächsten Start. Wenn ich an den Römerman in Ladenburg denk scheiß ich mir
jetzt schon in die Hosen. Trotzdem wars sehr wichtig. Wenn mir so was
unvorbereitet in Wiesbaden passieren würde, wäre das Rennen direkt vorbei. Ich
nehm an, ich war beim Start einfach vollkommen überfordert. Überall wild um sich
schlagende Arme, kaum Sicht und keinerlei Orientierung durch aufgewühltes Wasser
und Gischt. Dazu die körperliche Anstrengung. Wahrscheinlich war ich über meinen
Verhältnissen unterwegs. Beim nächsten mal kanns nur besser werden!

Ausblick: Heute frei, Dienstag und Mittwoch ca.3 Stunden Rad in den Bergen.
Donnerstag Koppeltraining Rad – Schwimmen – Rad. Freitag Koppel Rad – Lauf.
Samstag frei. Sonntag ganz lockerer Dauerlauf. In 3 Wochen Römerman in
Ladenburg.

Ich fänds übrigens saustark wenn die Lulus in Schifferstadt dabei wären!! Lasst
Euch mit der Anmeldung aber nicht zu viel Zeit – die Startplätze sind begrenzt
und erfahrungsgemäß immer sehr schnell vergriffen!

Bis die Tage

4 Responses to “Sprinttriathlon in Großweier”

  1. Mama Daniela sagt:

    hi peter,

    unglaublich dein bericht ! mir stieg ja schon vom lesesn der puls !! kann deine panik absolut nachvollziehen. ich glaub ich hät angefangen zu heulen. respekt!
    freu mich schon wie verrückt auf wiesbaden. hannes und ich sind deine wasserträger. sag einfach was du brauchst !
    bis dahin liebe grüße aus an yvi
    daniela und hannes

  2. Pedro sagt:

    Für Schifferstadt kann ich Euch beruhigen – da wird im Schwimmbad geschwommen. Das ist pillepalle:-) Als ich die Bilder vom Massenstart gesehen hab hab ich gedacht: Hä?! Das sieht von außen ja ganz harmlos aus. Mittendrin ist halt doch immer was anderes:-)

  3. zebber sagt:

    Ich bin dabei, Radstrecke bevorzugt! Wenn ich Pedro’s Bericht so lese müssen wir uns wohl einen Schwimmer kaufen?!?! Da der Spass im Vordergrund steht bin ich aber auch bereit was Anderes zu machen.

    Gruss
    Zebber

  4. webmaster sagt:

    Meine Güte, unglaublich was Du da berichtest. Das hätte ich nicht gedacht dass es da so zur “Sache” geht.
    Ein Glück das Dich diese Erfahrung nicht im “Richtigen” Wettkampf überrascht hat.

    Sehr sehr cooler Bericht.

    Zum Lulu-Crew Triathlon:
    Soll ich uns anmelden? 1 Team, 2 oder wie oder was? Los geht´s Crew, Hosen runter, wer macht was? Ich würde das Laufen übernehmen. Hab heute schon die 1. Trainings Einheit geleistet.

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